Management Outside the Box

Managementpraxis und -forschung sind besonders spannend, wenn zusätzlich zu den wichtigen klassischen Themen auch Fragestellungen diskutiert und Probleme gelöst werden, die auf den ersten Blick ungewöhnlich sind. In Forschung und Beratung beschäftige ich mich daher immer auch mit innovativen Themen, Management-Tools und Führungsstrategien „Outside the Box“ des Management-Mainstreams. Dabei zeigt sich, dass diese Konzepte erhebliche Erfolgspotentiale in sich bergen, weil sie einen Perspektivwechsel anstoßen und neue kreative Lösungen generieren.

Hier finden Sie eine Übersicht der Themen. Ich freue mich auf einen Austausch mit Ihnen!


Innovative Methoden der Personal- und Führungskräfteentwicklung

Für die Kompetenzentwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern existieren zahlreiche etablierte Tools und Methoden. Doch auch jenseits der Klassiker werden derzeit viele spannende neue Ansätze entwickelt. Hierzu gehören beispielsweise sogenannte Serious Games und Gamification-Ansätze. Basisannahme ist, dass der Kontext eines „Spiels“ bzw. spielerische Elemente ideale Bedingungen für das Erproben neuer Problemlösungen und Verhaltensweisen und damit für die Kompetenzentwicklung eröffnet. In meinen Seminaren und Trainings mache ich regelmäßig gute Erfahrungen mit den Tools (z.B. metaphorisches Storytelling mit Legosteinen und Online-Quizzes). Gerade die Generation der Digital Natives freut sich über die Verbindung von online und offline Interaktion und geht mit Motivation und Spaß ans Lernen durch Badges, Highscores und Leaderboards.

Absolute Game Changer für die Personal- und Führungskräfteentwicklung werden sich in naher Zukunft durch Virtual und Augmented Reality Technologien ergeben, da es dadurch möglich wird, Simulationen und Szenarien auch im virtuellen Raum einzubinden.


Neuro-Leadership und Leadership by Nudging

Welche Möglichkeiten und Grenzen ergeben sich durch Erkenntnisse der Hirnforschung für die Managementforschung und -praxis? Wie verarbeiten Menschen rationale und emotionale Entscheidungsprozesse? Warum trauen wir Expertenmeinungen? Diese und andere Fragen diskutiere ich seit 2014 mit Prof. Dr. Peter Mohr von der Freien Universität Berlin. Regelmäßig ist Peter Mohr in meinem Modul „Leadership & Coaching“ im Master of Business Administration an der BSP zu Gast. In unserem Workshop setzen wir uns auch mit dem Phänomen „Nudging“ auseinander und reflektieren kritisch die Möglichkeiten und Grenzen einer subtilen Beeinflussung in Führungskontexten durch eine interaktive Gestaltung von Entscheidungsarchitekturen.


Management und Punk

Management und Punk? Das passt doch nicht zusammen – könnte man meinen. Schließlich impliziert Management ein systematisches Agieren von Personen und Institutionen – im Idealfall von einer gut durchdachten Planung über die effiziente Durchführung bis hin zu einer korrekten umfassenden Kontrolle, wohingegen es sich bei Punk um das krasse Gegenteil handelt, nämlich um das planlose Agieren subversiver Akteure.

Auf den zweiten Blick eröffnen sich aber zahlreiche interessante Anknüpfungspunkte beider Phänomene, und es lässt sich zeigen, dass konstitutive Elemente des Punkphänomens in der Managementpraxis viele wichtige Erfolgspotentiale freisetzen können:

So kann Punk als spezifisches Interventions-Tool des Konflikt- und Changemanagements verstanden werden, das im Spannungsfeld von Stabilität und Subversion von Systemen zu einem effizienten Konfliktniveau und organisatorischem Wandel beitragen kann. Außerdem betont Punk die wichtigen Effekte von Informalität, Non-Konformität, Einfachheit und Selbstorganisation, wodurch funktionale emergente Prozesse in Organisationen unterstützt werden können. Und letztlich kann Punk sogar als besondere Führungsstrategie der produktiven Provokation dazu eingesetzt werden, einen festgefahrenen Status quo auf Organisations- und Beziehungsebene aufzubrechen und Organisationsmitglieder zum kreativen Umdenken und zum Perspektivwechsel zu verhelfen.

Aus der Praxis kommen inzwischen zahlreiche positive Rückmeldung wie z.B. aus der Redaktion des Wirtschaftsmagazins „Business Punk„, in dem viele erfolgreiche Querdenker und innovative Unternehmerpersönlichkeiten portraitiert werden. Dort freut man sich darüber, dass Erkenntnisse zu Business und Punk mittlerweile in die Forschung und Lehre einfließen und künftige Manager-Generationen ausgebildet werden, die dafür sensibilisiert sind, dass oft auch weniger Stromlinienförmigkeit zum Erfolg führt.

Der Artikel kann hier kostenlos heruntergeladen werden.


Humor als Konfliktstrategie in Organisationen

Humor, Witze, Scherze, das Lachen und Lächeln als Untersuchungsgegenstand seriöser Wissenschaft? Ja, das geht! Im Rahmen meiner Promotion an der Freien Universität Berlin habe ich die vielfältigen Möglichkeiten und Grenzen von Komik als Konfliktmanagement untersucht und neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch viele innovative Gestaltungsempfehlungen für die Organisationspraxis abgeleitet. So wird gezeigt, dass verschiedene Formen der Komik im Organisationsalltag als wirksame Konfliktstrategien genutzt werden können: Durch gemeinsames Lachen können Beziehungen harmonisiert werden, unter dem Deckmantel des Scherzes lassen sich Organisationsmitglieder augenzwinkert auf Normenverstöße hinweisen, und Ironie kann destruktives Verhalten kanalisieren aber auch Konflikte initiieren. Die Forschungsarbeit ist beim Gabler-Verlag erschienen: Zeichhardt, R. (2009): Komik und Konflikt in Organisationen – eine kommunikationstheoretische Perspektive, Wiesbaden.

Komik und Konflikt Zeichhardt

„Wer professionell mit Menschen zu tun hat und deren Denken, Verhalten und Empfinden verstehen und erfolgreich beeinflussen möchte, mit Ratgeberlektüre eher auf Kriegsfuss steht und (trotzdem) auf der Suche nach seriösen Hinweisen über die ambivalenten Wirkungen bewusster oder unbewusster Komik ist, der oder die Anstöße zum Verstehen und Verändern von als veränderungswürdig angesehenen Situationen sucht, der oder die sollte sich dieses Buch mit seinen vielen Schaubildern , einigen veranschaulichenden Witzen und Beispielen beschaffen.“ Prof. Dr. H. Effinger bei socialnet.de. Hier können Sie die umfassende Rezension zu „Komik und Konflikt“ lesen.


Paradoxien und paradoxe Interventionen

Jeder, der in Organisationen mit verschiedenen Menschen zusammenarbeitet, kennt den „alltäglichen Wahnsinn„: Gut gemeinte Ratschläge gehen nach hinten los, tolle Ideen scheitern an längst überholten bürokratischen Regeln oder Menschen verzweifeln daran, dass sie gleichzeitig widersprüchliche Aufträge erfüllen sollen. Dilemmata, Paradoxien und andere Pathologien sind bei genauerer Betrachtung nicht die Ausnahme, sondern vielfach der Regelfall im Organisationsalltag. Eine Sensibilisierung für solche irrationalen und informalen Phänomene ist ein wichtiger erster Schritt für musterbrechende neue Problemlösungen. Abgesehen davon können Paradoxien selbst aber auch intentional dafür eingesetzt werden, Probleme zu lösen – sogenannte paradoxe Interventionen verblüffen und können zu einem Umdenken führen…

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